Lovechock - rohe Schokolade

Rohe Schokolade: Lovechock & OmBar

Lovechock - rohe Schokolade
Lovechock – rohe Schokolade
Ich habe von lovechock und von dem Online-Shop nu3 rohe Schokolade zum Testen bekommen und diese bei meinen letzten Besuch bei meiner Mitbloggerin Nina mitgebracht. Da wir beide doch recht unterschiedlicher Ansicht waren, haben wir einen geteilten Testbericht erstellt.

Julia (die Schokoladen-Warmduscherin):

Hinter dem Begriff „rohe“ Schokolade verbirgt sich eine vegane Schokolade, die auch für Rohköstler essbar ist, denn kein Bestandteil darin wurde wirklich erhitzt. Da ich mich ein wenig für Rohkost interessiere, habe ich das Angebot gerne angenommen, die Schokoladen von Lovechock und Ombar zu probieren. Zum Glück konnte ich vorher nicht ahnen, auf was ich mich da einlassen würde! Zumindest weiß ich jetzt, warum ich mich niemals komplett von Rohkost ernähren werde…

Für Rohköstler ist es wichtig, dass ihre Lebensmittel „roh“ bleiben, also nicht übermäßig erhitzt werden. Dabei gibt es verschiedene Strömungen, bei dieser Schokolade liegt die Grenze bei 49 Grad Celsius. Und genau darin liegt das Hauptproblem: denn durch die fehlende Röstung kommen die typischen Schokoladen-Aromen nicht zustande. Ich habe mich durch einige Sorten durchprobiert, und bei allen fehlte ein richtig schokoladiger Geschmack – einen Schmelz hatte ich eh schon nicht mehr erwartet. Ein weiteres Problem, das aber den gesamten Biobereich betrifft, ist die Überfrachtung von Aromen. Die Zutaten an sich sind toll und interessant, aber ich hätte lieber mehr unterschiedliche Schokoladen mit jeweils nur ein oder zwei zusätzlichen Aromen. Ich habe leider von der Schokolade Sodbrennen bekommen.

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist die extrem klein gewählte Schriftgröße bei den Zutatenlisten. Da braucht man wirklich schon eine Lupe, und das bei einem Produkt, bei dem zu erwarten ist, dass diese Listen auch gelesen werden. Nett fand ich aber die Idee mit den „Glückskeks“-Zetteln, kleinen in der Verpackung versteckten Nachrichten wie z.B. „Ich pflanze Samen in dem Garten meiner Träume“.

Hier die einzelnen Sorten im Überblick:

Pur mit Kakaosplittern
Diese Schokolade schmeckt recht säuerlich, das leckerste sind die Kakaobohnensplitter. Mein Mann meinte nur ganz trocken, da hätte er lieber die rohen Kakaobohnen als Knabberkram.

Goji-Beere / Orange
Da diese Sorte sehr nach Orange schmeckt und durch die Beeren schon beinahe saftig ist, ist das mein klarer Favourit und die einzige der Sorten, die ich eventuell wieder kaufen würde.

Ananas / Inkabeere:
Ich konnte diese Schokolade leider nicht zu Ende essen (wobei ich mit den Zutaten keine Probleme habe), mein Mann sagte nur „flach“ dazu.

Mandel / Feige:
Auch hier ist das Problem, dass die Mandeln nicht geröstet wurden und somit wieder Aromen fehlen. Langweilig.

Maulbeere / Vanille:
Den Vanille-Geschmack habe ich leider nicht gefunden, dafür war ich sehr irritiert von dem sandigen Gefühl in meinem Mund. Dies stellte sich nach einem Blick auf die Zutatenliste als Quinoa-Körner heraus, auf die aber nicht größer auf der Packung hingewiesen wurde.

Ombar Rohe Schokolade
Ombar Rohe Schokolade

Ombar:
Auch diese Schokolade von einer anderen Firma hat das gleiche Problem wie die Lovechock-Schokoladen.

Fazit: ich finde es gut, dass versucht wird, eine Schokolade für Veganer und Rohköstler anzubieten. Sie trifft halt nur nicht meine Geschmack.

Nina (die Harte):

Schokolade ist eins der Powerfoods schlechthin — aber nur, wenn sie nach ganz bestimmten Kriterien hergestellt und möglichst naturnah belassen wird.

Auch wenn die ganzen Schoki-Warmduscher meines Bekanntenkreises es nicht hören wollen: Man kann sich die anerzogene Präferenz von „zartschmelzend“ und überladen mit Zucker auch abgewöhnen … Das dauert allerdings eine Weile. 😉 Der große Vorteil: Schokolade ohne (Zucker-)Zusätze kann man ohne schlechtes Gewissen essen – und seinem Körper damit sogar noch Mineralstoffe zuführen.

Genau deswegen finde ich es auch toll, dass man so langsam aus verschiedenen Quellen möglichst „pure“ Schokolade verschiedener Machart bekommt. Mal erhitzt aber dafür ohne viele weitere Zusätze, höchstens etwas Meersalz. Mal in der für Rohköstler geeigneten Variante „roh“; das heißt meist nur ganz leicht erwärmt, um die Kakaobohnen von der Fruchtmasse zu trennen.

Test Lovechock

Der Geschmack der lovechock-Riegel war irgendwie zu „bunt“, mit Beeren, Geschmacksträgern wie Gewürzen und Ölen, etc. Von Haus aus ist Rohschokolade nicht schmelzend, nicht süß, schmeckt würzig und manchmal etwas bitter. Anstatt mit diesen Geschmacksrichtungen zu spielen (wie es z. B. die rohen Kakaonibs von Zotter oder TerraElements tun), sind bei den Lovechock viele verschiedene Zutaten hinzugefügt und (vom Geschmack her beurteilt) einiges an Süßungsmittel. Goji-Beere/Orange enthält z. B. unter anderem Orangenöl, Zimt, Vanille, Lucuma, Meersalz. Buchweizen. Und getrockneten „Kokosblütennektar“. Irgendetwas davon schmeckte tatsächlich sandig, wie Julia auch schreibt.

Mir waren die Schokoladen auch eindeutig zu süß. Allerdings bin ich an sehr wenig süße Schokoladen gewöhnt, so dass mir die Süße schnell als zu viel vorkommt.

Am ehesten meinen Geschmack getroffen hat „Mandel/Feige“, aber auch hier ist geschmacklich „zu viel los“. Eine Sorte mit Feige, eine mit Mandel wäre vielleicht besser gewesen, so dass man sich in beiden Fällen auf das Zusammenspiel der Geschmacksnuancen mit der Rohschokolade hätte konzentrieren können.

Test Ombar

Besser vom Geschmack her fand ich den Ombar, zum Kosten in der Variante „Acai & Blueberry“. Blaubeer- und Acai-Puder machen zusammen nur knapp 7,5% der Schokoladenmasse aus. Das gibt dem Kakaoanteil Gelegenheit, geschmacklich zu beeindrucken. Gesüßt ist der Ombar mit „Kokosnusszucker“, der angeblich einen niedrigen glykämischen Index hat. Obwohl der Ombar nur 60% Kakaoanteil hat und die lovechocks um die 79%, schmeckte der Ombar für mich schokoladiger. Vermutlich wird es diese Variante der Rohschokolade leichter haben, sich durchzusetzen, da sie geschmacklich einer „normalen“, erhitzten Schokolade am nächsten kommt. Vermutlich wegen der Kakaobutter, die hier enthalten ist. Edler und gesünder sind aber alle Varianten ohne Kakaobutter. Man muss sich nur länger an den ungewohnten Geschmack gewöhnen.

Verträglichkeit

Noch austesten muss ich die Verträglichkeit: Ich habe über einen Nachmittag verteilt  4 Stückchen der Schokoriegel probiert. Eine halbe Stunde nach dem letzten Stück habe ich ein flaues Gefühl im Bauch bekommen. Kann nicht genau sagen, ob das Sodbrennen wie bei Julia ist (weil ich das noch nie hatte), aber irgendwas stimmt auf jeden Fall nicht. Es kann aber Zufall sein, ich habe mich ja schließlich nicht nur von Schokolade ernährt heute. 😉 Ich werde es an einem anderen Tag noch einmal ausprobieren. (Nachtrag, eine Woche später: Habe weitere Male lovechock und Ombar probiert und keine Probleme gehabt.)

Mythos: „Das schmeckt nicht, davon kann ich nur 1 Stück essen“

Den Satz hört man häufiger, wenn Leute das erste Mal Schokolade mit hohem Kakaoanteil probieren, ob nun rohe oder von Lindt.

Klar, man muss sich an den Geschmack gewöhnen. Aber es steckt noch etwas anderes dahinter: Man mag viel weniger Rohschokolade auf einen Haps konsumieren als herkömmliche Schokolade. Das liegt, soweit ich das beurteilen kann, an dem Zuviel an Zucker in herkömmlicher Schokolade, der dem Körper signalisiert: mehr, mehr, mehr! Der Jipper auf Schokolade entsteht aber aus dem Verlangen nach dem puren Kakao. Ein kleines Stück Rohschokolade oder 99% Schokolade (beide ohne/mit wenig Zuckerzusätzen) stillen den Jipper sofort und nachhaltig. Ich würde es also nicht als Argument gegen sondern für eine Schokolade werten, wenn man davon nur ein Stück essen kann/mag. Kann man von einer Marke eine halbe oder ganze Tafel auf einen Haps essen, spricht das gegen die Zutaten der Schokolade und nicht unbedingt für ihre Geschmackskomposition. 😉

Mein Fazit: Ich finde die Grundidee der lovechock und Ombar-Schokolade total klasse. Wegen der Kakaobutter tendiere ich eher zu lovechock als Ombar, auch wenn mir der Ombar besser geschmeckt hat. Werde immer mal wieder testen, ob es eine lovechock-Geschmacksrichtung gibt, die mehr meinen Vorlieben entspricht. Und die mit weniger Süße auskommt.

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