Weißt du noch, wie es war, als Kind einfach zu essen, wenn man Hunger hatte? Ohne Kalorienzählen, ohne schlechtes Gewissen, ohne endlose Listen von „erlaubten“ und „verbotenen“ Lebensmitteln? Ich hatte dieses entspannte Verhältnis zum Essen lange verloren – bis ich lernte, dass Ernährung nicht nur Wissenschaft, sondern auch Genuss sein darf.
Ich möchte dir zeigen, wie ich meinen Weg zurück zu einer Ernährung gefunden habe, die mir guttut und mich nicht überfordert.
🌿 Von der Kalorienbombe zur mediterranen Gelassenheit
Nach meiner Zöliakie-Diagnose vor einigen Jahren war ich zunächst total überfordert. Glutenfrei leben? Okay, das konnte ich lernen. Aber dann kamen all die anderen „Regeln“ dazu: Kalorienzählen für das Gewicht, spezielle Diäten für mehr Energie, Supplements für bessere Nährstoffversorgung. Irgendwann stand ich im Supermarkt und wusste nicht mehr, was ich überhaupt noch essen durfte.
Der Wendepunkt kam, als ich erkannte: Mein Körper braucht Nährstoffe, keine Verbote. Statt mich auf das zu konzentrieren, was ich nicht essen konnte, begann ich zu entdecken, was mir wirklich gut tut. Und das war der Beginn meiner Reise zur mediterranen Ernährung – nicht als strenge Diät, sondern als entspannte Lebensart.
Die mediterrane Küche ist wie gemacht für eine entspannte Herangehensweise: Viel frisches Gemüse, gute Öle, Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte. Das Beste daran? Sie lässt sich wunderbar glutenfrei gestalten, ohne dass man sich beraubt fühlt. Statt Pasta aus Weizen gibt es glutenfreie Alternativen. Statt Brot gibt es glutenfreies Focaccia mit Olivenöl und Kräutern.

🥗 Warum entspannte Ernährung gerade bei chronischen Erkrankungen so wichtig ist
Stress macht krank – das gilt auch für Ernährungsstress. Wenn wir ständig über jede Kalorie grübeln oder uns nach jedem Essen schlecht fühlen, produziert unser Körper Stresshormone. Und gerade wir mit chronischen Erkrankungen haben davon schon genug!
Bei ME/CFS ist es besonders wichtig, dass der Körper alle Nährstoffe bekommt, die er für die Energieproduktion braucht. Crash-Diäten oder extreme Einschränkungen können zu noch mehr Erschöpfung führen. Stattdessen brauchen wir eine Ernährung, die uns nährt – körperlich und seelisch.
Die mediterrane Ernährung bietet genau das: Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Nüssen, Antioxidantien aus buntem Gemüse und Früchten, und komplexe Kohlenhydrate für stabile Energie. Alles ohne Dogma, alles mit Genuss.
🍝 Meine Herangehensweise
Statt Kalorienzählen praktiziere ich jetzt „intuitives Essen“ – ich höre auf meinen Körper und darauf, was er braucht. An Tagen mit viel Erschöpfung brauche ich vielleicht mehr Kohlenhydrate für schnelle Energie. An aktiven Tagen steht mir der Sinn nach mehr Protein und Gemüse.
Hier sind meine persönlichen „Nicht-Regeln“ für entspannte Ernährung:
- Keine Verbotslisten – nur bewusste Entscheidungen
- 80/20-Regel – 80% nährende Lebensmittel, 20% pure Freude
- Meal Prep ohne Stress – einfache Gerichte, die ich gut vertrage
- Flexibilität – schlechte Tage verdienen manchmal Comfort Food
- Qualität vor Quantität – lieber weniger, aber dafür richtig gut
Das Schönste an dieser Herangehensweise? Essen macht mir wieder Spaß! Ich koche gerne, probiere neue glutenfreie Rezepte aus und genieße es, mit Freunden zu essen – ohne ständig im Kopf zu rechnen.

☕️ Die kleine Auszeit
Nimm dir 5 Minuten und überlege: Wann hast du das letzte Mal ein Essen richtig genossen, ohne dabei an Kalorien, Kohlenhydrate oder „Sünden“ zu denken? Welches Essen bringt dir echte Freude und tut dir gleichzeitig gut?
💝 Praktische Umsetzung
Falls du auch Lust auf eine entspanntere Ernährung hast, fang klein an:
- Streiche ein Ernährungsverbot – ersetze es durch bewusste Entscheidungen
- Entdecke ein neues mediterranes Rezept – vielleicht eine einfache Gemüsepfanne mit Olivenöl und Kräutern
- Plane eine Mahlzeit nur nach Lust – was würde dir jetzt richtig gut schmecken und gut tun?
- Iss eine Mahlzeit ohne Ablenkung – schmecke wirklich, was du isst
Denk daran: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Balance. Manche Tage esse ich glutenfreie Pizza und bin glücklich damit. Andere Tage bereite ich mir einen bunten Salat mit gerösteten Kichererbsen zu. Beides hat seinen Platz in einer entspannten Ernährung.

Lass mich wissen: Wie ist dein Verhältnis zum Essen? Hast du auch schon Erfahrungen mit entspannter Ernährung gemacht? Schreib gerne einen Kommentar!
Über die Autorin
Julia Stüber schreibt in ihrem Blog chronisch optimistisch über sanfte Selbstfürsorge, kleine Pausen im Alltag und Gedanken, die auch an schweren Tagen leicht genug sind.Als chronisch kranke Autorin teilt sie ruhige Impulse, kreative Mini-Ideen und das, was ihr selbst hilft, achtsam und freundlich mit sich zu bleiben..
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